Mineralische Wärmedämmung: Alternative zu brennbaren Fassadensystemen



















Sich rasend schnell über die Fassade ausbreitende Brände, Löcher
in der nagelneuen Wärmedämmung durch Spechte oder Nager, hässliche
Verfärbungen durch Algen- und Pilzbefall auf frisch modernisierten
Gebäuden – und schuld ist immer das Wärmedämm-Verbundsystem. Doch so
einfach ist die Sache nicht, denn mit mineralischen Systemen gibt es
durchaus Möglichkeiten, diese Nachteile zu vermeiden, und trotzdem am
eigenen Wohnhaus nachhaltig Wärmeenergie einzusparen und die
Heizkosten zu senken.

Im Mai 2012 sorgt ein massiver Großbrand der Polystyroldämmung auf
einer Baustelle in Frankfurt am Main für viel Aufsehen. Schon vorher
waren 2011 in Delmenhorst die Fassaden von fünf Mehrfamilienhäusern
abgebrannt und 2005 in Berlin-Pankow bei einem sich rasend schnell
über die Fassade ausbreitende Feuer sogar zwei Menschen ums Leben
gekommen. Auch dort war es die Wärmedämmung aus dem Kunststoff
Polystyrol, die „wie ein Brandbeschleuniger wirkte, …
Fensterscheiben platzen und das Feuer in weitere Wohnungen laufen
ließ“, erinnert sich Albrecht Broemme, der 2005 Einsatzleiter der
Berliner Feuerwehr war, in der Zeitung DIE WELT.

Nach jeder dieser Schreckensmeldungen steigt bei Bauherren die
Unsicherheit, ob und wie man Fassaden überhaupt noch dämmen sollte.
Denn verteufelt werden in der öffentlichen Wahrnehmung nach jedem
Feuer die sogenannten Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) als Ganzes.
Vergessen wird gern, dass es auch Alternativen in Form nicht
brennbarer Fassadensysteme gibt, die eine ausgezeichnete Wärmedämmung
und Energieeinsparung bieten, dabei aber nicht als
„Brandbeschleuniger“ wirken.

Diese mineralischen Wärmedämmplatten, zum Beispiel Multipor vom
Baustoffspezialisten Xella, bestehen aus den gleichen Grundstoffen
wie viele Mauersteine. Wie Dr.-Ing. Dirk Kruse, Dozent und
Sachverständiger für Brandschutz, erklärt „können Mineraldämmungen
nicht brennen und entwickeln im Brandfall auch keinen Rauch oder
giftige Gase. Baustoffexperten sprechen darum von der Baustoffklasse
A1“, der höchsten, die es in der Brandschutznorm DIN 4102 überhaupt
gibt. „Nicht brennbare Bau- und Wärmedämmstoffe sind ein sicherer
Weg, die Brandausbreitung auf der Fassade zu verhindern“, resümiert
Dr.-Ing. Dirk Kruse.

Kein Wunder, dass das Multipor WDVS bereits vielerorts in
Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen
Gebäuden, die besondere Sicherheitsmaßnahmen verlangen, eingebaut
wird. Aber auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau oder bei
Einfamilienhäusern – egal, ob neu gebaut oder modernisiert – können
Bauherren mineralische Fassadendämmungen einsetzen und die Bewohner
von deren Sicherheit profitieren.

Zumal mineralische Systeme wie Multipor weitere Vorteile bieten.
Etwa in der mechanischen Stabilität, denn schließlich sind die
Dämmplatten stofflich mit Mauersteinen aus Porenbeton verwandt. Im
Zusammenspiel aus der tragenden Wand, der verklebten Wärmedämmung und
der fugenlosen Putzschicht entsteht eine im wortwörtlichen Sinne
„steinharte“ Fassade, die sich auch beim Draufklopfen wie eine
massive Wand klingt. Was auch für Tiere hörbar ist: Die sonst bei
Kunststofffassaden gefürchteten Spechtschäden sind wegen des
fehlenden Hohlklangs ausgeschlossen, und auch Nager beißen sich an
dem massiven Dämmmaterial die Zähne aus.

Mineralische Fassadenoberflächen sind übrigens keine neue
Erfindung, schon unsere Vorfahren haben ihre Häuser jahrhundertelang
mineralisch verputzt. Was einer der Gründe sein dürfte, warum sie
keine Probleme mit Algen und Pilzen an den Fassaden hatten. Dieses
Phänomen tritt erst seit einigen Jahrzehnten auf: Frisch renovierte
und wärmegedämmte Gebäude sehen nach wenigen Jahren schmutzig und
unansehnlich aus, weil sich Mikroorganismen in großer Zahl auf den
Außenwänden ansiedeln.

Der häufig unternommene Versuch, diesem Bewuchs mit bioziden
Ausrüstungen der Oberflächen zu begegnen, kann nur einen
vorübergehenden Schutz bieten, wie der Sachverständige und
Diplom-Chemiker Dr. Uwe Erfurth erklärt: „Diese Anti-Algen- oder
Anti-Pilzmittel sind Gifte, die für ihre Wirksamkeit notwendigerweise
wasserlöslich sein müssen. Dadurch werden sie aus der
Fassadenbeschichtung ausgewaschen und reichern sich in der Umwelt an.
Denn Kläranlagen können diese Gifte – in Deutschland immerhin rund
5.000 t pro Jahr – nicht beseitigen.“ Unangenehmer Nebeneffekt für
den Hausbesitzer: Die ausgewaschenen Stoffe fehlen jetzt seiner
Fassade und der Schutz ist weg.

Statt nun alle paar Jahre einen neuen Anstrich vorzunehmen
empfiehlt Dr. Erfurth eine Rückbesinnung auf die mineralische
Bauweise. Sie sorgt nach dem morgendlichen Tau oder nach einem Regen
für eine gute Abtrocknung der Oberfläche und entzieht damit Pilzen
und Algen ihre wichtigste Lebensgrundlage – das Wasser. „Die schnelle
Abtrocknung wird begünstigt durch saugfähige Oberflächen mit
hydroaktiven Eigenschaften. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass
stark saugfähige mineralische Oberflächen, die mit reiner
Silikatfarbe gestrichen werden, in der Regel von Mikroorganismen frei
bleiben.“

Mineralische Wärmedämmungen wie Multipor schützen also nicht nur
vor Brandausbreitung und mechanische Schäden an den Außenwänden, in
Kombination mit einem mineralischen Putz sorgen sie auch dafür, dass
neue Fassaden für lange Zeit sauber und eben „neu“ aussehen. Auf
umweltbelastende und ohnehin nur befristet wirkenden Biozide kann
dabei komplett verzichtet werden.

Originaltext:         Xella Deutschland GmbH
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